80er-Kind

Geschichten aus meinem Leben, vom Laufen, Reisen und Vatersein

Schlagwort: Laufen (Seite 1 von 3)

Ein Familienausflug der sportlichen Art – 11. Dammer Eldelauf

„Paaapaaaa!“ höre ich von links der Strecke. Das ist besser als EPO, verleiht meinem Schritt Flügel und zaubert mir ein Lächeln auf das Gesicht. Ich bin zwar zu schnell, um sie zu sehen, weiß aber selbstverständlich, das müssen meine Kinder sein. Ich winke in ihre Richtung, dann bin ich über die Ziellinie: Zweiter! Ich warte kurz auf die nach mir folgenden Läufer, um mit ihnen abzuklatschen, beglückwünsche den Ersten zu seinem ungefährdeten Sieg, dann bestürmen mich schon meine Kinder und sind mindestens so freudig-aufgeregt wie ich.

Nur Kind Nr. 3 ist nicht ganz zufrieden. Sie hätten meine Namen falsch gesagt, das wäre doch voll gemein! So schlimm finde ich das nicht, bin aber auch schon geschlagene 35 Jahre länger auf der Welt als er und habe mich daran gewöhnt, dass man meinen (und damit auch seinen) Namen gerne mal zu Jeschke macht. Sekunden zuvor hatte man mich als Karsten Jeschke von den Jeschke Runners angekündigt. Es war eine spontane Idee meiner laufenden Partnerin gewesen hier als Jesche Runners zu firmieren, weil wir uns erstmals mit fünf Familienmitgliedern zu einem Volkslauf gemeldet hatten – mit durchschlagendem Erfolg. Aber der Reihe nach.

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Berlin…du bist so wunderbar!? Berliner Halbmarathon 2019

Als ich mit Nils etwas abseits zwischen den Möbeltransportern mit den Kleiderbeuteln sitze, bin ich vollauf zufrieden. Schon allein, dass ich mitlaufen konnte, ist eine tolle Sache. Zufrieden macht mich auch der Kampf, den ich mir mit mir selbst geliefert habe. Es ist immer wieder ein gutes Gefühl, nach einem Rennen im Ziel zu sein und zu wissen – du hast es geschafft. Hast alles mobilisiert, hast dich durchgekämpft, hast vielleicht den Lauf deines Lebens gehabt, vielleicht auch den härtesten. Es ist nicht das Ergebnis, das dieses Gefühl erzeugt, sondern einfach das Erlebnis des Laufs selbst. Mit all seinen Höhen und Tiefen, den vielen kleinen Geschichten, den Anekdoten. Jeder Lauf ist ein kleiner Kosmos an Eindrücken, etwas Bleibendes, ein kleines Stück gemeinsame Geschichte. Gerade dann, wenn man ihn mit anderen teilt.

Für mich hat es heute nicht gereicht zu einer Bestzeit, aber das war auch nicht zwingend das Ziel, das ich verfolgt habe, es wäre sogar vermessen gewesen, es anzunehmen, bei dem Trainingspensum der letzten vier Wochen. Versucht habe ich es trotzdem. Es sollte ein gelungener Formtest werden für den in vier Wochen steigenden Gutenberg Marathon. Und mit Fug und Recht kann ich sagen, dass ich den bestanden habe. Und über eine kleine Bestzeit konnte ich mich dann doch noch freuen, auch wenn sie nur inoffiziell ist.

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Blut ist im Schuh

Das Bild ist schon ein paar Tage alt, aber es erinnert mich daran, dass Marathontraining auch mal schmerzhaft sein kann. Damals – im November 2013 – trainierte ich frei nach Schnauze und auf keinen speziellen Wettbewerb hin. Ich hatte schlicht vergessen, mir am Abend vor dem Lauf die Laufsocken herauszulegen und als ich frühmorgens den Schlamassel bemerkte, wollte ich Kind #1, das nachts ins Schlafzimmer gehuscht war, nicht wecken. Oder schlimmer noch: Eine Einheit ausfallen lassen! Bloß nicht.

Rücksichtnahme mit fatalem Ergebnis. 15 Kilometer oder mehr ging es gut, dann begannen die Innenseiten beider Füße zu bluten. Die Nähte hatten die Haut aufgescheuert. Das machte die letzten Kilometer zu einer lehrreichen Erfahrung. Barfußlaufen funktioniert eben nur barfuß. Oder speziellen Schuhen. Seitdem: Nie mehr ohne!

Meine erste Leistungsdiagnostik

Das Laufband, auf dem ich stehe ist riesig. Der Doc fragt mich, ob ich nervös sei, das ginge Vielen so. Es ist die Angst, sich zu blamieren. Nein, nervös bin ich nicht, sage ich nicht ganz der Wahrheit entsprechend. Ein bisschen Nervosität spüre ich schon. Vielmehr bin ich aber gespannt, auf den vor mir liegenden Stufentest. Schließlich ist es das erste Mal, dass ich einen derartigen Test durchführen lasse und weiß nicht genau, wie ich mich schlagen werde.

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Nur ein paar verdammte Sekunden! 2. Silvesterlauf in Bremen

Seit ungefähr vier Kilometern habe ich nicht mehr auf die Uhr geblickt. Reiner Selbstschutz. Was sollte ich auch tun, wäre ich zu langsam? Schneller kann ich eh nicht. Ich pfeife wirklich auf dem letzten Loch. Und der leichte Anstieg hier kurz vor dem Zielbogen macht es nicht besser gemacht. Aber was heißt schon „kurz vor dem Ziel“? Verdammt lange 200 Meter sind es wohl noch bis zum Ziel. Ich bin jedenfalls nah genug, um die roten Leuchtziffern über dem Zielbogen zu entziffern. Mit einiger Mühe jedenfalls, denn mein Blick ist mindestens schon so lange nicht mehr ganz klar wie ich den Blick auf die Uhr meide.

Doch mit jedem Schritt kann ich die Zahlen deutlicher lesen. Noch bin ich leicht unter 40 Minuten, aber die Sekunden ticken unerbittlich. Das Wissen, dass die Qual gleich vorbei ist, lässt mich die letzten Funken Energie mobilisieren, die mein Körper noch zurückgehalten hat. Noch ein letztes Mal beschleunige ich und hoffe auf ein Wunder. Nichts anderes kann mir jetzt noch zum Erreichen meines angestrebten Ziels verhelfen.

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Nur 10 Tage bis Damaskus

3.000 Kilometer! Seit ich meine Läufe systematisch aufzeichne, bin ich noch in keinem Jahr so viel gelaufen wie 2018. Mit meinem gestrigen Trainingslauf sind es jetzt bereits knapp über 3.000 km. Gut 1.000 km mehr als in den vergangenen Jahren und immer noch 500 km mehr als 2013, dem Jahr mit dem zweitgrößten Umfang in meiner Zeit als Läufer.

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Der Dom ist das Ziel – RheinEnergie Marathon Köln

Mit der vorgestern erfolgten Anmeldung für den RheinEnergie Marathon in Köln steht mein Gerüst für die Laufplanung 2019. Ein Marathon im Frühjahr, einer im Herbst und drumherum einige kleinere Läufe als Vorbereitung.  Was simpel klingt, war gar nicht so einfach. Auch dadurch, dass mit der Anmeldung für den Halbmarathon in Berlin einige der üblichen Frühjahrsläufe ausschieden, so zum Beispiel Bonn oder auch das Heimspiel in Hannover. Hamburg wollte ich nach meinem Start im letzten Jahr auch nicht wiederholen, womit sich das Feld der Kandidaten für das Frühjahr bereits deutlich ausdünnte. Der Marathonkalender hält für das Frühjahr tatsächlich deutlich weniger interessante große Läufe bereit als im Herbst.  Lange liebäugelte  ich mit dem VIVAWEST-Marathon, entschied mich aber dagegen, weil er schon vergleichsweise spät im Jahr stattfindet und mir die Gefahr, dass es Mitte Mai zu einer Hitzeschlacht käme, einfach zu groß war.

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Ein Jahr, drei Bestzeiten und das Ziel Sub40

2018 bin ich so viele Kilometer gelaufen wie noch nie in meinem Leben. Was einerseits daran liegt, dass ich von Verletzungen und langwierigen Krankheiten verschont geblieben bin, andererseits daran, dass ich mir hohe Ziele gesteckt hatte. 2.700 km sind es bisher und wohl an die 3.000 km am Jahresende. Knapp 60 km jede Woche bei Wind und Wetter. Und doch habe ich mein selbst gestecktes Ziel vom Marathon unter 3:15 Std. nicht erreicht. Gleich zweimal habe ich es verpasst. Zuerst im Frühjahr in Hamburg, dann erst vor kurzem in Dresden.

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Lauf schneller, wir haben Hunger! Neue Bestzeit beim 20. Piepenbrock Dresden-Marathon 2018

Als wir in der Menge der Starter stehen und der Moderator uns animiert für ein paar gute Fotos die Hände in die Luft zu recken und zu klatschen, stellen sich mir die Haare auf. Jetzt habe ich Bock! Ich bin schon froh, am Start zu stehen und so langsam packt mich die Energie. Der Schwindel, der mich die letzten Tage über gequält hat, ist rechtzeitig zum Start verschwunden. Vielleicht nicht ganz, wenn ich mir selbst gegenüber die Wahrheit akzeptiere, aber er ist auf ein Maß gesunken, dass mich nicht beeinträchtigt, kaum mehr spürbar. Als Ausrede für eine schlechte Leistung taugt es jetzt jedenfalls nicht mehr. Am Freitagabend aber, war ich mir nicht sicher, ob ein Start die beste Entscheidung sei. Die Apothekerin in Dresden wirkte zumindest ernsthaft besorgt und empfahl mir, definitiv auf sportliche Belastung zu verzichten. Hätte die gewusst! Ohne weitere Medikation verließ ich die Apotheke und beäugte leicht kritisch in den folgenden Stunden meine Pulsuhr. Einigermaßen normal. Oder nicht?

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Zwischen Hoffen und Bangen

In den letzten Wochen habe ich oft an mir gezweifelt. Wenn ich von einem Lauf zurück gekommen bin, hätte ich die Laufschuhe ein ums andere Mal in die Ecke feuern können. So viele eher schlechte Läufe, so oft hinter den Vorgaben, so oft musste ich mich quälen. Mit jedem dieser miesen Läufe nahm meine Motivation ab, schwanden meine Zuversicht und der Glaube an das Erreichen meines selbst gesteckten Ziels.

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