80er-Kind

Geschichten aus meinem Leben, vom Laufen, Reisen und Vatersein

Schlagwort: Halbmarathon

Berlin…du bist so wunderbar!? Berliner Halbmarathon 2019

Als ich mit Nils etwas abseits zwischen den Möbeltransportern mit den Kleiderbeuteln sitze, bin ich vollauf zufrieden. Schon allein, dass ich mitlaufen konnte, ist eine tolle Sache. Zufrieden macht mich auch der Kampf, den ich mir mit mir selbst geliefert habe. Es ist immer wieder ein gutes Gefühl, nach einem Rennen im Ziel zu sein und zu wissen – du hast es geschafft. Hast alles mobilisiert, hast dich durchgekämpft, hast vielleicht den Lauf deines Lebens gehabt, vielleicht auch den härtesten. Es ist nicht das Ergebnis, das dieses Gefühl erzeugt, sondern einfach das Erlebnis des Laufs selbst. Mit all seinen Höhen und Tiefen, den vielen kleinen Geschichten, den Anekdoten. Jeder Lauf ist ein kleiner Kosmos an Eindrücken, etwas Bleibendes, ein kleines Stück gemeinsame Geschichte. Gerade dann, wenn man ihn mit anderen teilt.

Für mich hat es heute nicht gereicht zu einer Bestzeit, aber das war auch nicht zwingend das Ziel, das ich verfolgt habe, es wäre sogar vermessen gewesen, es anzunehmen, bei dem Trainingspensum der letzten vier Wochen. Versucht habe ich es trotzdem. Es sollte ein gelungener Formtest werden für den in vier Wochen steigenden Gutenberg Marathon. Und mit Fug und Recht kann ich sagen, dass ich den bestanden habe. Und über eine kleine Bestzeit konnte ich mich dann doch noch freuen, auch wenn sie nur inoffiziell ist.

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Der schnellste Lauf meines Lebens – Persönliche Bestzeit beim HAJ Hannover Marathon

Wie immer stellen sich meine Haare an den Armen auf, als die Musik einsetzt, die die letzten Sekunden bis zum Startschuss untermalt und der Ansager von zehn beginnend rückwärts zählt – dann setzt sich die riesige Masse an Läufern ganz langsam in Bewegung. Gehend erst noch, dann trabend, bis der Raum groß genug ist, um wirklich loszulaufen. Dass ich auch dabei sein kann, macht mich schon glücklich! Keine 24 Stunden vor dem Start hatte ich noch eine Zahnwurzelbehandlung über mich ergehen lassen müssen. Angesichts der akuten Zahnschmerzen hatte ich zwischenzeitlich sogar meinen Start hatte ich kurz infrage gestellt, geschweige denn daran geglaubt, eine neue Bestzeit zu laufen. Noch allzu wach waren die Erinnerungen an die Qualen im Vorjahr. Aber Kneifen gilt nicht. Dafür sind die Startgebühren auch einfach zu hoch. Und seit der Behandlung gab es eigentlich auch keinen Grund mehr, den Lauf abzublasen. Die Schmerzen waren abgeklungen.

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HAJ Halbmarathon in Hannover

Jedes Jahr, wenn in Hannovers Straßen die Schilder aufgehängt werden, die den Streckenverlauf des Marathons kennzeichnen, spüre ich ein gewisses Kribbeln. Es ist die Vorfreude darauf, dass es bald losgeht. Ausnahmslos war der Lauf durch meine Heimatstadt in den letzten Jahren auch der Höhepunkt meines Laufjahres und oft auch das einzige Rennen, dass ich überhaupt bestritt. Bereitete ich mich mit einem Trainingsplan vor, läutete das Erscheinen der Schilder im Straßenbild die letzte Phase der Vorbereitung ein und das Fiebern auf den Wettkampf hatte endgültig begonnen. Doch nicht so in diesem Jahr. Ich bin bereits jetzt für diverse Läufe angemeldet und mein Höhepunkt soll der HASPA Marathon in Hamburg Ende dieses Monats sein. Hannover nehme ich nur mit, weil ich hier zuhause bin und ich auf mein Heimspiel nicht verzichten möchte. Und weil es sich nach drei Monaten intensiven Trainings bestens zur Formüberprüfung eignet.

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Einmal durch die Hölle – 5. Elm-Advents-Halbmarathon

Weil es zehn Minuten später losgeht und wir in der Kälte bei Temperaturen um die 0 °C frieren, wärmen wir uns noch ein paar Minuten im Vereinsheim des TSV Lelm auf. Und da wir sonst nichts zu tun haben, studieren wir noch einmal das Streckenprofil. Dabei wird mir plötzlich klar: Gleich nach dem Start geht es tüchtig bergan und nach kurzem Abstieg kontinuierlich wieder hinauf bis zur “Hölle”. In der Vorbereitung auf den Wettkampf hatte ich mir das Profil nie so genau angesehen, nur der “Hölle” genannte Anstieg kurz vor Ende des Rennens war bei mir hängen geblieben. Er war einer der Gründe für die Anmeldung gewesen. Die Herausforderung des knackigen Anstiegs hatte mich gereizt. Der Veranstalter hatte den Anstieg werbewirksam ins Schaufenster gestellt, offenbar so sehr, dass ich der übrigen Strecke überhaupt keine Aufmerksamkeit gewidmet hatte.

Jetzt dämmert mir, dass das heute unter Umständen kein Spaß wird. Dass es keine Bestzeit werden wird, so viel war klar. Rund 450 Höhenmeter soll man auf der Halbmarathon-Strecke sammeln. Zu viel, um die 1:27 Std. zu knacken, die ich dieses Jahr in Kiel gelaufen bin. Auf spontane Nachfrage von Nils hatte ich eine 1:35 Std. als Ziel geäußert. Jetzt bin ich mir dessen nicht mehr so sicher.

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Das Wetter zu heiß, der Magen gereizt – HAJ Hannover Marathon 2017

Erst während der Samstag langsam zur Neige ging, fiel mir auf, dass ich gar kein konkretes Ziel hatte, dass ich beim morgigen Halbmarathon in Hannover angreifen wollte, geschweige denn eine Taktik, mit der ich es würde. Weder hatte ich das Training schleifen lassen, noch war der Lauf in Vergessenheit geraten. Ganz im Gegenteil. So gut hatte ich mich noch nie auf einen Halbmarathon vorbereitet. Erstmals überhaupt mit einem Trainingsplan. Und zwar minutiös. Eine einzige Einheit hatte ich ausgelassen. Trotz der Geburt von Kind Nr. vier, trotz des Hauskaufs und den damit verbundenen Freuden einer umfassenden Sanierung und trotz der unentbehrlichen Arbeit.

Schuld war Kiel. Völlig unerwartet hatte ich dort während der Vorbereitung eine Zeit erreicht, auf die der Trainingsplan gar nicht ausgelegt war, eine Zeit, die ich mir gar nicht zugetraut hätte. 1:27:22 hatte ich in Kiel für die gut 21 Kilometer benötigt. Persönliche Bestzeit und gut eine Minute schneller als der Trainingsplan für den Lauf in Hannover versprach. Und das bei veritablem Gegenwind, der die letzten Kilometer aufkam.

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Die versehentliche Bestzeit – 23. famila Kiel-Marathon 2017

Der Countdown zum Start kommt so überraschend, dass mir auffällt, dass meine Uhr noch gar kein Satellitensignal sucht. Hektisch starte ich die Suche. Schuld ist Sven-Erik, den wir auf dem Weg zum Ostseekai aufgegabelt haben. An einer Ampel hatte er uns in ein Gespräch verwickelt, um uns dann nicht mehr von der Seite zu weichen. Geschichte um Geschichte hat uns unsere jüngste Bekanntschaft erzählt. Wie er beim Training seine Kinder in einer Schubkarre vor sich hergeschoben habe, wie ein Läufer bei einem Ultrarennen sterbend lieber zur Ziellinie getragen werden wollte als zum Krankenhaus, den unzähligen Läufen am Rennsteig, in Belgien, überall auf der Welt. Meine eigene läuferische Leistung kommt mir angesichts der Anekdoten gar nicht mehr so groß vor. Wenigstens zollt mir Sven-Erik Respekt, dass ich ganz schön schnell unterwegs sei mit meiner angepeilten Zeit. Für ihn ein zu schnelles Tempo. Doch selbst als ich mich nach vorne durch die Starter schlängele, um einen guten Platz im Startblock zu haben – schließlich gibt es hier keine Nettozeiten -, begleitet er mich. Als bekannt wird, dass einer der Topfavoriten nicht zum Start erscheint, meint er, dass dies meine Chancen erhöhe. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob er sich einen Spaß erlaubt.

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Mein erster Halbmarathon unter 1:30 Std. – HAJ Hannover Marathon 2016

Spätestens Freitag musste ich mir eingestehen, dass ich nervös bin. Ich hatte mir tatsächlich Rote-Bete-Saft gekauft. Ekelhaft. Aber wer schnell sein will, muss leiden. Vier Prozent mehr Sauerstoffaufnahme in den Muskeln, indem man sich den Saft einverleibt. Hieß es in einem Artikel von Runner’s World. So leicht erreicht man Leistungssteigerungen sonst nur auf dem Papier. Gemüsedoping quasi.

Und ich trug Kompressionsstrümpfe. Obwohl ich sie weder modisch finde, noch ernsthaft an ihre Wirkung glaube. Aber da war die leise Stimme der Hoffnung, die mir einflüsterte, dass es ja doch helfen könnte und wenn schon nicht helfen, dann doch sicher nicht schaden. Und gab es da nicht diese Studie, die besagte, dass Kompressionsstrümpfe die Regeneration unterstützten? Ein bisschen Unterstützung konnte ich nach den letzten harten Einheiten gut gebrauchen.

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