Als ich mit Nils etwas abseits zwischen den Möbeltransportern mit den Kleiderbeuteln sitze, bin ich vollauf zufrieden. Schon allein, dass ich mitlaufen konnte, ist eine tolle Sache. Zufrieden macht mich auch der Kampf, den ich mir mit mir selbst geliefert habe. Es ist immer wieder ein gutes Gefühl, nach einem Rennen im Ziel zu sein und zu wissen – du hast es geschafft. Hast alles mobilisiert, hast dich durchgekämpft, hast vielleicht den Lauf deines Lebens gehabt, vielleicht auch den härtesten. Es ist nicht das Ergebnis, das dieses Gefühl erzeugt, sondern einfach das Erlebnis des Laufs selbst. Mit all seinen Höhen und Tiefen, den vielen kleinen Geschichten, den Anekdoten. Jeder Lauf ist ein kleiner Kosmos an Eindrücken, etwas Bleibendes, ein kleines Stück gemeinsame Geschichte. Gerade dann, wenn man ihn mit anderen teilt.

Für mich hat es heute nicht gereicht zu einer Bestzeit, aber das war auch nicht zwingend das Ziel, das ich verfolgt habe, es wäre sogar vermessen gewesen, es anzunehmen, bei dem Trainingspensum der letzten vier Wochen. Versucht habe ich es trotzdem. Es sollte ein gelungener Formtest werden für den in vier Wochen steigenden Gutenberg Marathon. Und mit Fug und Recht kann ich sagen, dass ich den bestanden habe. Und über eine kleine Bestzeit konnte ich mich dann doch noch freuen, auch wenn sie nur inoffiziell ist.

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