80er-Kind

Geschichten aus meinem Leben, vom Laufen, Reisen und Vatersein

Seite 3 von 4

Noch eine Woche bis zum HASPA Marathon 2018

Spätestens seitdem ich mich beim HAJ Marathon in Hannover mit meiner neuen Bestzeit selbst überrascht habe, steht eigentlich außer Frage, dass ich in bestechender Form bin. Aber verwundert das? Jede einzelne Einheit meines Trainingsplans habe ich in den letzten dreieinhalb Monaten minutiös abgearbeitet, jede Zeit- und Distanzvorgabe eingehalten oder sogar übertroffen. Und das, obwohl der Trainingsplan, den ich verfolge, für einen deutlich schnelleren Marathon ausgelegt ist als geplant. Noch nie habe ich so viel Schweiß und Zeit in die Vorbereitung für einen Marathon gesteckt wie dieses Mal. Und dennoch: Die Zweifel waren immer da. Und seit Sonntag so richtig.

Weiterlesen

Der schnellste Lauf meines Lebens – Persönliche Bestzeit beim HAJ Hannover Marathon

Wie immer stellen sich meine Haare an den Armen auf, als die Musik einsetzt, die die letzten Sekunden bis zum Startschuss untermalt und der Ansager von zehn beginnend rückwärts zählt – dann setzt sich die riesige Masse an Läufern ganz langsam in Bewegung. Gehend erst noch, dann trabend, bis der Raum groß genug ist, um wirklich loszulaufen. Dass ich auch dabei sein kann, macht mich schon glücklich! Keine 24 Stunden vor dem Start hatte ich noch eine Zahnwurzelbehandlung über mich ergehen lassen müssen. Angesichts der akuten Zahnschmerzen hatte ich zwischenzeitlich sogar meinen Start hatte ich kurz infrage gestellt, geschweige denn daran geglaubt, eine neue Bestzeit zu laufen. Noch allzu wach waren die Erinnerungen an die Qualen im Vorjahr. Aber Kneifen gilt nicht. Dafür sind die Startgebühren auch einfach zu hoch. Und seit der Behandlung gab es eigentlich auch keinen Grund mehr, den Lauf abzublasen. Die Schmerzen waren abgeklungen.

Weiterlesen

HAJ Halbmarathon in Hannover

Jedes Jahr, wenn in Hannovers Straßen die Schilder aufgehängt werden, die den Streckenverlauf des Marathons kennzeichnen, spüre ich ein gewisses Kribbeln. Es ist die Vorfreude darauf, dass es bald losgeht. Ausnahmslos war der Lauf durch meine Heimatstadt in den letzten Jahren auch der Höhepunkt meines Laufjahres und oft auch das einzige Rennen, dass ich überhaupt bestritt. Bereitete ich mich mit einem Trainingsplan vor, läutete das Erscheinen der Schilder im Straßenbild die letzte Phase der Vorbereitung ein und das Fiebern auf den Wettkampf hatte endgültig begonnen. Doch nicht so in diesem Jahr. Ich bin bereits jetzt für diverse Läufe angemeldet und mein Höhepunkt soll der HASPA Marathon in Hamburg Ende dieses Monats sein. Hannover nehme ich nur mit, weil ich hier zuhause bin und ich auf mein Heimspiel nicht verzichten möchte. Und weil es sich nach drei Monaten intensiven Trainings bestens zur Formüberprüfung eignet.

Weiterlesen

Noch 200 Kilometer bis Hamburg

„The miracle isn’t that I finished. The miracle is that I had the courage to start.“, (John Bingham) Was Bingham meint, kennt jeder Läufer. Je länger die Strecke, die vor dir liegt, desto größer der erforderliche Mut, um sie zu laufen. Eine Feststellung, die sich nicht nur auf einen einzelnen Lauf beschränkt oder gar auf ein Rennen, für das man als Marathonläufer Anerkennung erntet. Anerkennung darüber, dass man in der Lage ist, so weit zu laufen. Meist gemischt mit einer Portion Unglauben, dass man so etwas freiwillig tut. Wie weit die „weit“ wirklich ist, spielt keine Rolle. „Weit“ ist weit genug, um die Leistung zu erkennen. Aber selbst diejenigen, die die genaue Länge eines Marathonrennens kennen, verkennen dabei eine wichtige Sache: Die 42,195 km – so die exakte Distanz – sind nur die letzten Kilometer eines viel längeren Rennens. Eines Rennens, das schon Monate zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit begonnen hat, welches sich über unzählige Etappen zieht und hunderte Kilometer.

Weiterlesen

Erste Zwischenbilanz

Vier Wochen meines Trainings für den HASPA Marathon Hamburg 2018 habe ich jetzt hinter mir, bin dabei 267,73 km oder fast 23 Stunden gelaufen: Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

Weiterlesen

Pizzo d’Erna

Eine unendliche Ruhe überkommt mich, als ich die Bergstation der Seilbahn auf der Piani d’Erna verlasse. Wir sind hoch über der Stadt Lecco am Comer See. Die Seilbahn hat uns in wenigen Minuten durch die tief hängende Wolkendecke nach hier oben befördert. Jetzt verschwinden die dicken Drahtseile nach wenigen Metern im grau-weiß der Wolken. Eine leichte Schneedecke liegt überzieht das Plateau: Wir sind definitiv nicht mit dem richtigen Schuhwerk unterwegs. Aber im Internet hatte es geheißen, wer Lecco besucht, muss auch auf den Piani d’Erna.

Weiterlesen

Tour zum Canto Alto

Es ist ziemlich genau 6:45 Uhr und die Via Gombito menschenleer. Die Weihnachtsbeleuchtung wirft ihr Licht auf das mittelalterliche Pflaster. Ich warte bis die Uhr ein Signal gefunden hat, dann setze ich mich in Bewegung. Es geht Richtung Südost zum Stadttor Porta S. Agostino, wo es aus der Cittá Alta – der Oberstadt – in die Città Bassa geht. Ich bin in Bergamo, Italien, und habe mir vorgenommen, einen frühmorgendlichen Lauf zum gut 1100 Meter hohen Canto Alto zu unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt glaube ich noch, dass es zwar hart wird, aber machbar. Die Strecke habe ich leicht abgewandelt von einer Seite, auf der GPS-Touren hochgeladen werden können. Dort war sie als Laufstrecke kategorisiert, weshalb ich davon ausgehe, dass die Wege entsprechend beschaffen sind.

Weiterlesen

Trainingsplan

Das Ziel ist gesteckt. Und um dorthin zu gelangen fehlt mir jetzt nur noch ein Plan. Nur welcher? An Angeboten fehlt es nicht. Viele Internetseiten und noch mehr Bücher liefern Trainingspläne en Masse, wobei der Aufbau sich oft ähnelt. Die Grundzutaten: Eine Einheit für die Schnelligkeit, ein extensiver Dauerlauf am Wochenende und dazwischen Einheiten zum Sammeln von Kilometern. Womit wir die drei wichtigsten Zutaten für ein erfolgreiches Rezept beisammen hätten.

Weiterlesen

Hamburg ich komme

Hamburg-Marathon! Ich freue mich wie Bolle! Lange bin ich drumherum geschlichen, habe mich immer wieder mit dem Gedanken befasst und doch keine Entscheidung getroffen. Klassischer Fall von Entscheidungsschwäche. Und als ich endlich so weit war, mich ernsthaft damit zu beschäftigen, musste ich feststellen, dass ich nicht bereit war, die inzwischen notwendigen 80 € für einen Startplatz auf den Tisch zu legen. Sage noch mal jemand, Laufen sei ein billiges Hobby. Entscheidung vertagt. Denn loslassen wollte ich den Gedanken noch nicht. Irgendwie musste ich doch noch einen Weg finden, einen Startplatz für weniger als die verlangten 80 € zu bekommen. Und ebay sei Dank, sollte ich tatsächlich Glück haben. „Nur“ 50 € wollte dort ein Starter für seinen Platz haben. Zzgl. der geforderten 21 € für die Ummeldung – ein Schnapper sondergleichen. Und das Beste: Für den besten Kumpel habe ich gleich auch noch einen Platz aufgetan.

Weiterlesen

Einmal durch die Hölle – 5. Elm-Advents-Halbmarathon

Weil es zehn Minuten später losgeht und wir in der Kälte bei Temperaturen um die 0 °C frieren, wärmen wir uns noch ein paar Minuten im Vereinsheim des TSV Lelm auf. Und da wir sonst nichts zu tun haben, studieren wir noch einmal das Streckenprofil. Dabei wird mir plötzlich klar: Gleich nach dem Start geht es tüchtig bergan und nach kurzem Abstieg kontinuierlich wieder hinauf bis zur “Hölle”. In der Vorbereitung auf den Wettkampf hatte ich mir das Profil nie so genau angesehen, nur der “Hölle” genannte Anstieg kurz vor Ende des Rennens war bei mir hängen geblieben. Er war einer der Gründe für die Anmeldung gewesen. Die Herausforderung des knackigen Anstiegs hatte mich gereizt. Der Veranstalter hatte den Anstieg werbewirksam ins Schaufenster gestellt, offenbar so sehr, dass ich der übrigen Strecke überhaupt keine Aufmerksamkeit gewidmet hatte.

Jetzt dämmert mir, dass das heute unter Umständen kein Spaß wird. Dass es keine Bestzeit werden wird, so viel war klar. Rund 450 Höhenmeter soll man auf der Halbmarathon-Strecke sammeln. Zu viel, um die 1:27 Std. zu knacken, die ich dieses Jahr in Kiel gelaufen bin. Auf spontane Nachfrage von Nils hatte ich eine 1:35 Std. als Ziel geäußert. Jetzt bin ich mir dessen nicht mehr so sicher.

Weiterlesen
« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2019 80er-Kind

Theme von Anders NorénHoch ↑