80er-Kind

Geschichten aus meinem Leben, vom Laufen, Reisen und Vatersein

Kategorie: Wettkampfberichte (Seite 2 von 2)

Die versehentliche Bestzeit – 23. famila Kiel-Marathon 2017

Der Countdown zum Start kommt so überraschend, dass mir auffällt, dass meine Uhr noch gar kein Satellitensignal sucht. Hektisch starte ich die Suche. Schuld ist Sven-Erik, den wir auf dem Weg zum Ostseekai aufgegabelt haben. An einer Ampel hatte er uns in ein Gespräch verwickelt, um uns dann nicht mehr von der Seite zu weichen. Geschichte um Geschichte hat uns unsere jüngste Bekanntschaft erzählt. Wie er beim Training seine Kinder in einer Schubkarre vor sich hergeschoben habe, wie ein Läufer bei einem Ultrarennen sterbend lieber zur Ziellinie getragen werden wollte als zum Krankenhaus, den unzähligen Läufen am Rennsteig, in Belgien, überall auf der Welt. Meine eigene läuferische Leistung kommt mir angesichts der Anekdoten gar nicht mehr so groß vor. Wenigstens zollt mir Sven-Erik Respekt, dass ich ganz schön schnell unterwegs sei mit meiner angepeilten Zeit. Für ihn ein zu schnelles Tempo. Doch selbst als ich mich nach vorne durch die Starter schlängele, um einen guten Platz im Startblock zu haben – schließlich gibt es hier keine Nettozeiten -, begleitet er mich. Als bekannt wird, dass einer der Topfavoriten nicht zum Start erscheint, meint er, dass dies meine Chancen erhöhe. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob er sich einen Spaß erlaubt.

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Mein erster Halbmarathon unter 1:30 Std. – HAJ Hannover Marathon 2016

Spätestens Freitag musste ich mir eingestehen, dass ich nervös bin. Ich hatte mir tatsächlich Rote-Bete-Saft gekauft. Ekelhaft. Aber wer schnell sein will, muss leiden. Vier Prozent mehr Sauerstoffaufnahme in den Muskeln, indem man sich den Saft einverleibt. Hieß es in einem Artikel von Runner’s World. So leicht erreicht man Leistungssteigerungen sonst nur auf dem Papier. Gemüsedoping quasi.

Und ich trug Kompressionsstrümpfe. Obwohl ich sie weder modisch finde, noch ernsthaft an ihre Wirkung glaube. Aber da war die leise Stimme der Hoffnung, die mir einflüsterte, dass es ja doch helfen könnte und wenn schon nicht helfen, dann doch sicher nicht schaden. Und gab es da nicht diese Studie, die besagte, dass Kompressionsstrümpfe die Regeneration unterstützten? Ein bisschen Unterstützung konnte ich nach den letzten harten Einheiten gut gebrauchen.

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Geschafft! Der Marathon unter 3:30 Std. – HAJ Hannover Marathon 2015

Die Nacht war nicht schlecht. Oder zumindest nicht so schlecht wie sie hätte sein können, wenn man einen Säugling hat, der so gar nichts davon wissen will, dass man vor einem Marathon eine gehörige Portion Schlaf gut gebrauchen kann. Das frühe Zubettgehen endet damit, dass ich – kaum eingeschlafen – schon wieder wach bin. Das Kind plärrt und zieht um ins Elternbett. Ich ziehe weiter ins Hochbett der Tochter, die glücklicherweise ausquartiert wurde. Besser als auf der Couch zu schlafen ist das allemal.

Immerhin ist jetzt Ruhe und unter dem Betthimmel ist es auch ganz gemütlich. Würden die Gedanken nicht unaufhörlich um ungeklärte Fragen kreisen. Wann essen und wie viel? Soll ich den Getränkegürtel doch mitnehmen? Wie gehe ich das Rennen an und wie soll ich es mir einteilen?

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Drama, Drama, Drama, Baby!

Mein Vorhaben ist gescheitert. Ich bin den Seinäjoen Marathon weder durchgelaufen, noch habe ich meine persönliche Bestzeit unterbieten können. Ganz im Gegenteil musste ich den Lauf sogar vorzeitig beenden, obwohl alles so gut angefangen hatte.

Nichts ist zu spüren von den Beschwerden, über die ich unlängst klagte. Keine Atemnot, keine Schwäche, kein Problem mit dem Tempo. Im Gegenteil fühle ich mich stark, ruhig und habe gute Beine, wie man so schön sagt. Die ersten Kilometer erscheint mir das Tempo derart langsam, dass ich meinen angepeilten 5:20-Schnitt sogar um 20 Sekunden unterbiete und in der Folge darauf achten muss, nicht zu schnell zu werden. Es gilt schließlich die Kräfte einzuteilen, nicht das Kleingeld schon jetzt auszugeben. Mit einem kleinen Zeitpolster beende ich die erste Runde, bekomme beim Durchqueren des Zielbereichs in Vorfreude auf den möglichen Zieleinlauf in knapp 3 Stunden bereits jetzt Gänsehaut. Die nächsten 10,5 km können kommen.

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