80er-Kind

Geschichten aus meinem Leben, vom Laufen, Reisen und Vatersein

Autor: 80er-Kind (Seite 2 von 4)

Lauf schneller, wir haben Hunger! Neue Bestzeit beim 20. Piepenbrock Dresden-Marathon 2018

Als wir in der Menge der Starter stehen und der Moderator uns animiert für ein paar gute Fotos die Hände in die Luft zu recken und zu klatschen, stellen sich mir die Haare auf. Jetzt habe ich Bock! Ich bin schon froh, am Start zu stehen und so langsam packt mich die Energie. Der Schwindel, der mich die letzten Tage über gequält hat, ist rechtzeitig zum Start verschwunden. Vielleicht nicht ganz, wenn ich mir selbst gegenüber die Wahrheit akzeptiere, aber er ist auf ein Maß gesunken, dass mich nicht beeinträchtigt, kaum mehr spürbar. Als Ausrede für eine schlechte Leistung taugt es jetzt jedenfalls nicht mehr. Am Freitagabend aber, war ich mir nicht sicher, ob ein Start die beste Entscheidung sei. Die Apothekerin in Dresden wirkte zumindest ernsthaft besorgt und empfahl mir, definitiv auf sportliche Belastung zu verzichten. Hätte die gewusst! Ohne weitere Medikation verließ ich die Apotheke und beäugte leicht kritisch in den folgenden Stunden meine Pulsuhr. Einigermaßen normal. Oder nicht?

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Zwischen Hoffen und Bangen

In den letzten Wochen habe ich oft an mir gezweifelt. Wenn ich von einem Lauf zurück gekommen bin, hätte ich die Laufschuhe ein ums andere Mal in die Ecke feuern können. So viele eher schlechte Läufe, so oft hinter den Vorgaben, so oft musste ich mich quälen. Mit jedem dieser miesen Läufe nahm meine Motivation ab, schwanden meine Zuversicht und der Glaube an das Erreichen meines selbst gesteckten Ziels.

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Benther-Berg-Lauf 2018

Geliebäugelt hatte ich mit einem Start beim Benther-Berg-Lauf schon länger. Schließlich nahm ich auch in den beiden vergangenen Jahren teil und mag die familiäre Veranstaltung am Fuße des Benther Bergs, der streng genommen mehr ein Hügel ist. Doch ist man rund um Hannover eben auch keine alpinen Höhen gewöhnt. Meinen endgültigen Entschluss zur Teilnahme fasste ich dann aber doch erst am Vortag des Laufs und konnte am Ende von Glück reden, mich überhaupt noch vor Ort nachmelden zu können.

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Der Kopf ist müde, die Beine schwer

Drei Monate Vorbereitung auf den 20. Piepenbrock Marathon in Dresden liegen bereits hinter mir. Sklavisch habe ich meinen Trainingsplan befolgt und pflichtschuldig jede Einheit absolviert, die auf dem Programm stand. Intervalle, Tempodauerläufe, lange und sehr lange Läufe. Erstaunt stellte ich zuletzt fest, dass es nur noch zwei wirklich lange Läufe sind – dann wird der Trainingsumfang langsam zurückgefahren. Das bedeutet, dass ich mich jetzt in der entscheidenden Phase des Plans befinde, die Wochen mit den höchsten Umfängen und längsten Läufen. Das Schlimmste habe ich also hinter mir. Ein Mal nur noch 36 km!

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Ein nervöser Magen, eine neue Bestzeit und ein verfehltes Ziel

Die Strecke führt in einer Linkskehre unter einer Brücke hindurch und auf dem Asphalt liegt traurig und zerfetzt einer der beiden Ballons, an denen die Tempomacher zu erkennen sind. Der zweite Ballon flattert mit größer werdenden Abstand ein Stück voraus. Es ist der Moment, in dem ich zu realisieren beginne, dass ich nicht mehr folgen kann. Geplatzt der Traum von einer Zeit unter 3:15 Std., denke ich – genau wie der Ballon zu meinen Füßen. 

Es ist nicht das erste Mal, dass ich heute den Ballons hinterherlaufe. Genau genommen mache ich seit Stunden nichts anderes. Nur merke ich jetzt, wie der Abstand größer wird. Und ich kann nicht mehr zulegen, um die Lücke zu schließen. Geschlagen geben will ich mich aber noch nicht. 

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Die richtige Marathon-Taktik für den HASPA Marathon 2018

Die Tapering-Phase hat begonnen: Erholung steht auf dem Programm, um am kommenden Sonntag möglichst ausgeruht und im Vollbesitz meiner Kräfte an den Start zu gehen. Die Läufe, die ich jetzt noch absolviere, haben weniger einen Trainingseffekt als einen psychologischen Charakter. Ich soll nicht einrosten und in Bewegung bleiben. Sonntag dann werde ich erstmals einigermaßen ausgeruht sein seit Wochen und die Theorie besagt, dass das einen entscheidenden Unterschied macht. Ich müsste dann in der Lage sein, das Tempo hochzuhalten und auch noch die sechs Kilometer durchzuhalten, die im Training bis zur vollen Marathondistanz gefehlt haben.

In der Theorie klingt das logisch. In der Praxis ist das bei mir schon ein paar mal schiefgegangen. Immerhin: 2015 hat es fast geklappt, aber ab Kilometer 35 wurde es ab doch ein ziemliches Gewürge. Konstant durchlaufen konnte ich damals nicht und bin auf den letzten Kilometern eingebrochen, sogar ziemlich. Trotzdem hatte ich meine Wunschzeit unterboten, weil ich zuvor im Rennen eifrig Sekunde um Sekunde „Vorsprung“ herausgelaufen hatte. Ich war praktisch permanent schneller gelaufen als geplant und träumte zwischenzeitlich schon von einer Zeit unter 3:20 Std. Die Quittung bekam ich dann später.

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Noch eine Woche bis zum HASPA Marathon 2018

Spätestens seitdem ich mich beim HAJ Marathon in Hannover mit meiner neuen Bestzeit selbst überrascht habe, steht eigentlich außer Frage, dass ich in bestechender Form bin. Aber verwundert das? Jede einzelne Einheit meines Trainingsplans habe ich in den letzten dreieinhalb Monaten minutiös abgearbeitet, jede Zeit- und Distanzvorgabe eingehalten oder sogar übertroffen. Und das, obwohl der Trainingsplan, den ich verfolge, für einen deutlich schnelleren Marathon ausgelegt ist als geplant. Noch nie habe ich so viel Schweiß und Zeit in die Vorbereitung für einen Marathon gesteckt wie dieses Mal. Und dennoch: Die Zweifel waren immer da. Und seit Sonntag so richtig.

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Der schnellste Lauf meines Lebens – Persönliche Bestzeit beim HAJ Hannover Marathon

Wie immer stellen sich meine Haare an den Armen auf, als die Musik einsetzt, die die letzten Sekunden bis zum Startschuss untermalt und der Ansager von zehn beginnend rückwärts zählt – dann setzt sich die riesige Masse an Läufern ganz langsam in Bewegung. Gehend erst noch, dann trabend, bis der Raum groß genug ist, um wirklich loszulaufen. Dass ich auch dabei sein kann, macht mich schon glücklich! Keine 24 Stunden vor dem Start hatte ich noch eine Zahnwurzelbehandlung über mich ergehen lassen müssen. Angesichts der akuten Zahnschmerzen hatte ich zwischenzeitlich sogar meinen Start hatte ich kurz infrage gestellt, geschweige denn daran geglaubt, eine neue Bestzeit zu laufen. Noch allzu wach waren die Erinnerungen an die Qualen im Vorjahr. Aber Kneifen gilt nicht. Dafür sind die Startgebühren auch einfach zu hoch. Und seit der Behandlung gab es eigentlich auch keinen Grund mehr, den Lauf abzublasen. Die Schmerzen waren abgeklungen.

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HAJ Halbmarathon in Hannover

Jedes Jahr, wenn in Hannovers Straßen die Schilder aufgehängt werden, die den Streckenverlauf des Marathons kennzeichnen, spüre ich ein gewisses Kribbeln. Es ist die Vorfreude darauf, dass es bald losgeht. Ausnahmslos war der Lauf durch meine Heimatstadt in den letzten Jahren auch der Höhepunkt meines Laufjahres und oft auch das einzige Rennen, dass ich überhaupt bestritt. Bereitete ich mich mit einem Trainingsplan vor, läutete das Erscheinen der Schilder im Straßenbild die letzte Phase der Vorbereitung ein und das Fiebern auf den Wettkampf hatte endgültig begonnen. Doch nicht so in diesem Jahr. Ich bin bereits jetzt für diverse Läufe angemeldet und mein Höhepunkt soll der HASPA Marathon in Hamburg Ende dieses Monats sein. Hannover nehme ich nur mit, weil ich hier zuhause bin und ich auf mein Heimspiel nicht verzichten möchte. Und weil es sich nach drei Monaten intensiven Trainings bestens zur Formüberprüfung eignet.

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Noch 200 Kilometer bis Hamburg

„The miracle isn’t that I finished. The miracle is that I had the courage to start.“, (John Bingham) Was Bingham meint, kennt jeder Läufer. Je länger die Strecke, die vor dir liegt, desto größer der erforderliche Mut, um sie zu laufen. Eine Feststellung, die sich nicht nur auf einen einzelnen Lauf beschränkt oder gar auf ein Rennen, für das man als Marathonläufer Anerkennung erntet. Anerkennung darüber, dass man in der Lage ist, so weit zu laufen. Meist gemischt mit einer Portion Unglauben, dass man so etwas freiwillig tut. Wie weit die „weit“ wirklich ist, spielt keine Rolle. „Weit“ ist weit genug, um die Leistung zu erkennen. Aber selbst diejenigen, die die genaue Länge eines Marathonrennens kennen, verkennen dabei eine wichtige Sache: Die 42,195 km – so die exakte Distanz – sind nur die letzten Kilometer eines viel längeren Rennens. Eines Rennens, das schon Monate zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit begonnen hat, welches sich über unzählige Etappen zieht und hunderte Kilometer.

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