18. Volkslauf um den Altwarmbüchener See – 80er-Kind

18. Volkslauf um den Altwarmbüchener See

Der beste Teil der Veranstaltung liegt bereis hinter mir, als ich mich auf die drei Runden um den Altwarmbüchener See mache. Über verschiedene Distanzen waren bereits drei meiner vier Kinder erfolgreich angetreten, was die Hannoversche Allgemeine Zeitung zu einem kleinen Interview samt Foto von uns bewegte.

Mein Lauf war also die Kür. Mit mir am Start: Meine Frau. Genauso wie ich, litt sie noch unter den Nachwirkungen des Köln Marathons vor einer Woche, bei dem zumindest ich ziemlich gelitten hatte. Dementsprechend war ich etwas verhalten, was meine Leistungsfähigkeit heute anging. Die Anmeldung war nicht geplant, sondern spontan erfolgt. Vielleicht war sie auch ein wenig aus dem Wunsch erwachsen, den für mich eher unbefriedigenden Lauf vergessen zu machen. Immerhin fühlte ich mich gut und die Muskeln hatten sich, so weit ich das ohne Test beurteilen konnten, einigermaßen erholt.

18. Volkslauf um den Altwarmbüchener See - Gute Laune nach dem Start
Volkslauf um den Altwarmbüchener See – Gute Laune nach dem Start

Den ersten Kilometer bringe ich weit unter vier Minuten hinter mich. Diese Tempo kann ich nicht halten, das ist zu schnell, das weiß ich. Und ich spüre es auch ganz deutlich am leichten Brennen, das sich in meinen Muskeln ausbreitet. Ich werde etwas langsamer, auch wenn es sich gar nicht so anfühlt. Im Gegenteil. Ich schätze, dass sich ungefähr zehn Läufer vor mir befinden, ich selbst bin in einer Dreiergruppe, von der ich das Schlusslicht bilde. Das sind für mein Empfinden relativ viele schnelle Läufer für einen eher kleinen Volkslauf. Wobei schnell natürlich relativ ist.

So geht es den See immer linker Hand gegen den Uhrzeigersinn weiter. Im Verlauf dieser ersten Runde hole ich einen der Läufer der Dreiergruppe ein, der andere entfernt sich kontinuierlich in etwa dem Maße, in dem ich langsamer werde. Das Anfangstempo war heute wohl nicht nur ein bisschen zu hoch für mich. Jeden Kilometer werde ich langsamer. Nur Sekunden, aber der Trend ist erkennbar. Es geht von 3:48 min/km auf 4:03 und 4:06. Das ist für mich immer noch flott, aber normalerweise wäre auch mehr drin. Entweder bin ich zu forsch losgelaufen oder der Marathon hat mehr Spuren hinterlassen als ich gehofft habe.

Am Ende der ersten Runde warten meine Kinder, mit denen ich im Vorbeilaufen abklatsche, so gut es geht. Meine Durchgangszeit wird mit 13:xx min angesagt. Noch bin ich schneller als Kind zwei, aber so viel Unterschied ist da gar nicht mehr und im weiteren Verlauf wird sich meine Rundenzeit seiner immer weiter annähern.

Runde 2

Der erste Kilometer der zweiten Runde fühlt sich lang an. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass es mühsamer wird. Objektiv lässt sich das auch an der weiter schlechter werdenden Kilometerzeit ablesen, wieder drei Sekunden langsamer. Nach ungefähr 5 km nähern sich von hinten deutlich vernehmbar Schritte, was fast logisch ist, da ich auf dem letzten Kilometer schon wieder langsamer geworden bin. Ich reiße mich zusammen und schwinge die Hufe. Ich lege eine Schippe drauf und tatsächlich kann ich mich wieder etwas absetzen.

Mannomann, wenn ich ehrlich bin, tut das inzwischen ganz schön weh. Da ich aber inzwischen bereits das zweite Mal die Runde beende, brauche ich auch nicht mehr aussteigen. Die Viertelstunde werde ich schon durchhalten. Gesichtszüge ordnen, High Five mit den Kindern und weiter geht es.

Runde 3

Kaum bin ich in die letzte Runde eingestiegen, überholt mich der Läufer aus der Dreiergruppe, den ich so lange hinter mir gehalten habe. Folgen kann ich nicht. Ich werde zwar nicht langsamer, aber meine Pace ist auf über 4:20 min/km gesunken. So dauert es auch nicht lange, da höre ich schon wieder näherkommende Läufer. Es ist ein Duo. Einer der Beiden überholt mich sehr bald, ist aber nicht wesentlich schneller. Ich hänge mich so gut ich kann an ihn und folge. Das geht ungefähr eineinhalb Kilometer so und immer wieder rede ich mir ein, dass ich ihn noch bekomme, muss mir aber irgendwann das Gegenteil eingestehen.

18. Volkslauf um den Altwarmbüchener See - Es sieht flotter aus, als ich mich fühle
18. Volkslauf um den Altwarmbüchener See – Es sieht flotter aus, als ich mich fühle

Nach 10 km ist das Ziel zwar noch nicht im Blick, aber in greifbarer Nähe. Noch einen Platz möchte ich eigentlich nicht verlieren, aber da ist immer noch der zweite Läufer des Duos. Und der hat noch Reserven. Ich spüre und höre ihn unvermeidlich näherkommen, da hilft selbst das Mobilisieren meiner letzten Kräfte nichts. Er geht vorbei und läuft auf den letzten Metern noch einen Vorsprung von sechs Sekunden heraus. Ich bin stehend K.O. und froh, das Ziel jetzt wirklich vor Augen zu haben.

In 44:38 min. gehe ich über die Ziellinie und stelle fest: Länger hätte das Rennen heute nicht sein dürfen. Man könnte aber auch sagen: Kräfte gut eingeteilt. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, weil sie mich nach dem ziemlich ernüchternden Marathon wieder aufgebaut hat, auch wenn ich mir – etwas zu optimistisch – noch ein kleines bisschen mehr erhofft hatte.

Der Lauf im Vergleich

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